Adipositas – mehr als nur Übergewicht

Adipositas wird noch immer häufig als reine Folge von „zu viel Essen und zu wenig Bewegung“ betrachtet. Dieses Bild greift jedoch zu kurz. Adipositas ist eine chronische Erkrankung, deren Entstehung durch ein komplexes Zusammenspiel von genetischen, biologischen, psychischen, sozialen und umweltbedingten Faktoren beeinflusst wird.

Auch in Österreich betrifft das Thema einen großen Teil der Bevölkerung: Rund die Hälfte der Erwachsenen ist übergewichtig oder adipös.

Ab wann spricht man von Adipositas?

Als Orientierung dient meist der Body-Mass-Index (BMI):

  • 25–29,9 kg/m²: Übergewicht
  • 30–34,9 kg/m²: Adipositas Grad I
  • 35–39,9 kg/m²: Adipositas Grad II
  • ab 40 kg/m²: Adipositas Grad III

Der BMI allein erzählt allerdings nicht die ganze Geschichte. Muskelmasse und Fettverteilung werden beispielsweise nicht ausreichend berücksichtigt. Besonders das Fettgewebe im Bauchraum ist mit einem erhöhten Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Risiko verbunden. Deshalb können auch Bauchumfang, Begleiterkrankungen und gegebenenfalls eine Messung der Körperzusammensetzung wichtige zusätzliche Informationen liefern.

Warum ist Adipositas gesundheitlich relevant?

Adipositas erhöht unter anderem das Risiko für Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gelenkbeschwerden und bestimmte Krebserkrankungen. Auch Fettleber und Schlafapnoe treten häufiger auf.

Dabei geht es nicht darum, einem bestimmten Schönheitsideal zu entsprechen. Das Ziel einer Behandlung ist eine Verbesserung der Gesundheit und Lebensqualität.

Behandlung bedeutet nicht einfach „weniger essen“

Eine moderne Adipositastherapie wird individuell auf die PatientInnen abgestimmt. Grundlage sind Veränderungen von Ernährung, Bewegung und Verhalten. Dabei können unterschiedliche Gesundheitsberufe gemeinsam unterstützen – etwa ÄrztInnen, DiätologInnen, PhysiotherapeutInnen und PsychotherapeutInnen.

Wenn diese Maßnahmen alleine nicht ausreichen, stehen heute zusätzlich wirksame medikamentöse Therapien zur Verfügung. Bei ausgeprägter Adipositas kann auch eine bariatrische bzw. metabolische Operation eine sinnvolle Behandlungsoption darstellen. Medikamente und operative Verfahren ersetzen dabei nicht die Basistherapie, sondern sind Teil eines langfristigen Behandlungskonzepts.

Schon kleine Veränderungen können viel bewirken

Es muss nicht sofort das „Idealgewicht“ erreicht werden. Bereits eine Gewichtsreduktion von etwa 5 bis 10 Prozent des Ausgangsgewichts kann Blutdruck, Blutzucker und Blutfette verbessern und damit gesundheitlich einen relevanten Unterschied machen.

Entscheidend ist nicht eine möglichst schnelle Gewichtsabnahme durch kurzfristige Diäten, sondern eine langfristige und realistische Strategie, die sich in den Alltag integrieren lässt.

Wir unterstützen Sie dabei

In der PVE Wien West können wir Übergewicht und Adipositas medizinisch abklären, Begleiterkrankungen und individuelle Risikofaktoren erfassen und gemeinsam mit Ihnen sinnvolle nächste Schritte festlegen.

Dabei steht uns auch unser multiprofessionelles Team zur Verfügung. Gerade die Verbindung von ärztlicher Betreuung, Diätologie, Bewegung und weiteren Gesundheitsberufen ermöglicht es, Adipositas nicht isoliert, sondern ganzheitlich zu behandeln.

Sprechen Sie uns an – gemeinsam finden wir einen Weg, der zu Ihnen und Ihrem Alltag passt.