Wann brauche ich eine Fachärztin oder einen Facharzt?
Viele PatientInnen fragen sich: Soll ich mit meinen Beschwerden zuerst zur Hausärztin bzw. zum Hausarzt – oder gleich zu einer Fachärztin bzw. einem Facharzt?
In den meisten Fällen ist die Hausarztordination die richtige erste Anlaufstelle. In der Primärversorgung können viele Beschwerden vollständig abgeklärt und behandelt werden. Gleichzeitig können wir beurteilen, wann eine weiterführende fachärztliche Untersuchung sinnvoll oder notwendig ist.
Vieles kann bereits hausärztlich abgeklärt werden
Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Bauchbeschwerden, Infekte, Schwindel, Müdigkeit, Blutdruckprobleme oder Veränderungen von Laborwerten haben sehr unterschiedliche mögliche Ursachen. Nicht jedes dieser Symptome erfordert automatisch eine fachärztliche Untersuchung.
In der Hausarztordination können zunächst die Beschwerden eingeordnet, eine körperliche Untersuchung durchgeführt und – wenn erforderlich – weitere Untersuchungen wie Labor, EKG oder andere diagnostische Schritte veranlasst werden. Häufig lässt sich damit bereits eine Diagnose stellen und eine entsprechende Behandlung beginnen.
Wann ist eine fachärztliche Abklärung sinnvoll?
Eine Überweisung kann insbesondere notwendig sein, wenn eine Erkrankung spezialisierte Diagnostik oder Behandlung erfordert. Das gilt beispielsweise, wenn Beschwerden trotz Behandlung anhalten, die Diagnose unklar bleibt, spezielle Untersuchungen wie Endoskopien oder bestimmte bildgebende Verfahren benötigt werden oder eine Erkrankung eine regelmäßige fachärztliche Mitbetreuung erfordert.
Auch bei einem auffälligen Befund kann die gezielte Überweisung an die passende Fachrichtung der nächste Schritt sein.
Warum zuerst zur Hausärztin oder zum Hausarzt?
Nicht immer ist für PatientInnen anhand eines Symptoms eindeutig erkennbar, welches Fachgebiet zuständig ist. Schmerzen im Brustbereich können beispielsweise ganz unterschiedliche Ursachen haben, ebenso Bauchschmerzen, Schwindel oder Müdigkeit.
Eine wesentliche Aufgabe der Allgemeinmedizin besteht deshalb darin, Beschwerden zunächst einzuordnen und die weitere Versorgung zu koordinieren. Dadurch kann eine Überweisung gezielt erfolgen und die Fachärztin oder der Facharzt erhält bereits wichtige Vorbefunde und Informationen.
Und wann direkt?
Bei bereits bekannten Erkrankungen und laufender fachärztlicher Betreuung kann selbstverständlich auch eine direkte Kontrolle bei der zuständigen Fachärztin bzw. beim zuständigen Facharzt sinnvoll sein. Auch bestimmte Vorsorgeuntersuchungen – etwa in der Gynäkologie, Augenheilkunde oder Zahnmedizin – werden direkt im jeweiligen Fachgebiet durchgeführt.
Bei akuten medizinischen Notfällen sollte hingegen keine reguläre Facharztordination abgewartet werden. Bei starken oder plötzlich auftretenden Beschwerden wie ausgeprägter Atemnot, Bewusstseinsstörungen, Lähmungserscheinungen oder starken Brustschmerzen ist eine sofortige medizinische Abklärung erforderlich.
Primärversorgung bedeutet auch Koordination
Unser Ziel in der PVE Wien West ist es, möglichst viele gesundheitliche Probleme direkt zu behandeln und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass unsere PatientInnen zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle weiterbetreut werden.
Eine Überweisung bedeutet daher nicht einfach „weiter zum Facharzt“, sondern sollte eine konkrete medizinische Fragestellung haben. Und ebenso gilt: Nicht jedes gesundheitliche Problem benötigt eine fachärztliche Behandlung. Vieles kann bereits in der Primärversorgung kompetent abgeklärt und behandelt werden.
Ihr Team der PVE Wien West
