Heilpflanze des Monats September: Weißdorn – die Pflanze fürs Herz
Wenn sich der Sommer langsam verabschiedet und der Herbst näher rückt, leuchten an vielen Hecken bereits die roten Früchte des Weißdorns. Die traditionsreiche Heilpflanze ist vor allem für ihre Verbindung zum Herz-Kreislauf-System bekannt.
Eine alte Heilpflanze mit langer Tradition
Der Weißdorn gehört zur Gattung Crataegus. In der Phytotherapie werden vor allem Blätter und Blüten (Crataegi folium cum flore) verwendet. Sie enthalten unter anderem Flavonoide und oligomere Procyanidine und werden seit Langem bei funktionellen Herz-Kreislauf-Beschwerden eingesetzt.
Auch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) führt Weißdornblätter mit Blüten als traditionelles pflanzliches Arzneimittel. Anerkannt ist die traditionelle Anwendung insbesondere bei vorübergehenden nervös bedingten Herzbeschwerden wie Herzklopfen, sofern zuvor ernsthafte Herzerkrankungen ärztlich ausgeschlossen wurden. Darüber hinaus wird Weißdorn traditionell bei leichten Stresssymptomen und zur Unterstützung des Schlafes eingesetzt.
Weißdorn und das Herz
Weißdorn wird häufig als klassische „Herzpflanze“ bezeichnet. Verschiedene Inhaltsstoffe können unter anderem die Gefäßfunktion und die Durchblutung beeinflussen. Allerdings sollte man die wissenschaftliche Datenlage differenziert betrachten: Für manche Weißdornextrakte gibt es klinische Untersuchungen, die derzeitige europäische Monographie stützt die genannten Anwendungsgebiete jedoch auf die langjährige traditionelle Anwendung und nicht auf einen gesicherten Wirksamkeitsnachweis aus modernen klinischen Studien.
Weißdorn ist daher kein Ersatz für eine notwendige kardiologische oder medikamentöse Behandlung.
Wann Herzbeschwerden ärztlich abgeklärt werden sollten
Herzklopfen oder ein unangenehmes Gefühl in der Herzgegend können durchaus harmlos sein – etwa bei Stress oder Nervosität. Neu aufgetretene oder anhaltende Beschwerden sollten aber nicht vorschnell als „nervös“ abgetan werden.
Insbesondere bei Brustschmerzen, Atemnot, ausgeprägtem Herzrasen, Schwindel oder Bewusstlosigkeit ist eine rasche medizinische Abklärung erforderlich. Auch die EMA sieht eine Anwendung von Weißdorn bei nervös bedingten Herzbeschwerden erst vor, nachdem ernsthafte Ursachen ärztlich ausgeschlossen wurden.
Unser Tipp für den September
Der Weißdorn erinnert uns daran, dass Herzgesundheit aus vielen Bausteinen besteht: regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung, Nichtrauchen sowie gut eingestellter Blutdruck, Blutzucker und Cholesterin sind wesentlich für die langfristige Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Und manchmal lohnt es sich im September auch einfach, beim Spaziergang genauer hinzusehen: Die leuchtend roten Weißdornfrüchte machen die alte Heilpflanze jetzt besonders gut erkennbar.
Ihr Team der PVE Wien West
